Batting Tape ist für mich eine der praktischsten Entdeckungen beim Quilten und Taschen nähen. Mit dem schmalen Vliesband lassen sich Vliesreste sauber, flach und dauerhaft verbinden, ohne dass eine sichtbare oder fühlbare Naht entsteht. Gerade bei teuren Materialien wie Sofin Stable oder hochwertigem Quiltvlies spart das Geld und macht Resteverwertung endlich wirklich sinnvoll.
Es ist kein aufregender Kauf. Keine schönen Stoffe, keine neuen Schnittmuster. Einfach eine unscheinbare Rolle mit einem klebrigen Band. Aber es löst ein Problem, das fast jede Näherin kennt: Was macht man mit all den Vliesresten, die sich im Laufe der Zeit ansammeln?
Das Problem mit Vliesresten
Wer regelmäßig quiltet oder Taschen näht, weiß wie schnell sich Vliese im Nähzimmer ansammeln. Besonders bei teurem Material wie Softn Stable, das knapp 25 Euro pro Meter kostet, schmerzt es, Reste wegzuwerfen. Zu klein für das nächste Projekt, zu wertvoll für den Müll.
Die naheliegende Lösung ist ein Zickzackstich. Aber wer das schon einmal ausprobiert hat, weiß das Problem: Genau dort, wo die Naht sitzt, drückt man das Material zusammen. Man sieht die Stelle, man fühlt sie. In einer fertigen Tasche oder einem Quilt ist das einfach nicht akzeptabel.
Hier kommt Batting Tape ins Spiel. Es ist ein hauchdünnes Vlies mit einer Klebeseite. Man legt die Reste aneinander, legt das Tape mit der rauen Seite nach unten auf die Naht, bügelt es mit dem Eisen fest und wiederholt das auf der Rückseite. Das war es. Keine Naht, kein Druck, keine sichtbare Stelle. Man kann das Material im fertigen Stück weder sehen noch fühlen.

Wie man Batting Tape richtig verwendet
Für Taschen-Vliese wie Softn Stable ist die Vorgehensweise einfach: Beide Stücke werden mit dem Lineal gerade geschnitten, eng aneinander gelegt und das Tape aufgebügelt. Wichtig ist dabei, das Bügeleisen aufzusetzen und nicht zu schieben, sondern es gerade aufzuheben und auf der nächsten Stelle wieder aufzusetzen. Das verhindert, dass sich die Vlieslagen verschieben. Am besten arbeitet man auf dem Boden, damit das Vlies beim Bügeln nicht aus der Position gerät.
Bei Quiltvliesen ist ein kleiner Trick wichtig, der den Unterschied macht. Statt einer geraden Kante schneidet man mit dem Rollschneider durch beide übereinanderliegenden Lagen in einer wellenförmigen Bewegung. Wenn man dann den Überstand entfernt, passen die beiden Wellenmuster exakt ineinander. Selbst wenn die Kanten beim Zusammenschieben ein kleines bisschen verrutschen, ist keine gerade Linie zu sehen, die sich später als Streifen durch den Quilt abzeichnen könnte. Dann setzt man das Tape in kurzen Abschnitten auf die Naht, bügelt mit etwas Dampf fest und wiederholt alles von der Gegenseite.
Das Ergebnis lässt sich genauso quilten wie ein frisches, ungestückeltes Vlies. Man kann handquilten, maschinell quilten oder es zum Longarm-Quilter geben. Das Tape bleibt auch nach vielen Wäschen stabil und löst sich nicht ab.
Was man dabei beachten sollte
Wichtig ist, dass Batting Tape nicht für aufbügelbare Vliese geeignet ist. Wer ein Vlies verwendet, das von einer Seite aufgebügelt wird, hat auf der Rückseite ebenfalls Klebepunkte. Würde man dort das Bügeleisen ansetzen, würde man diese Klebepunkte mit dem Eisen verschmieren. Softn Stable ist nicht zum Aufbügeln gedacht und deshalb ideal für diese Methode.
Genauso wichtig ist es, nur Vliese zusammenzukleben, die einen ähnlichen Loft, also eine ähnliche Dicke und Dichte haben. Unterschiedliche Materialien lassen sich zwar auch verbinden, aber das Ergebnis ist am schönsten, wenn man Gleiches mit Gleichem zusammenfügt.
Eine Rolle Batting Tape reicht übrigens erstaunlich lange. Die Rollen gibt es in zwei Breiten, etwa fünf Zentimeter und etwa zweieinhalb Zentimeter. Die breitere Variante ist angenehmer zu verarbeiten, besonders bei der Wellentechnik, weil sie die gesamte Naht sicherer abdeckt.
Was Batting Tape noch kann
Neben dem Zusammenkleben von Resten gibt es noch eine weitere Anwendung, die man kennen sollte. Wenn ein Vlies ein Loch hat, vielleicht weil ein Hund oder ein Kind hineingebissen hat, kann man es damit flicken. Das funktioniert genauso wie das Zusammenkleben von Resten und hinterlässt keine Verdickung.
Und noch ein Tipp für alle, die gerne auf Vorrat kaufen: Es gibt Quiltvliese in drei Meter Länge. Mit Batting Tape kann man diese langen Stücke so zuschneiden und zusammenstückeln, dass man daraus einen kompletten Quilt zusammensetzt. Das spart deutlich Geld im Vergleich zum Kauf von Einzelpackungen in den Standardmaßen.
In der Nähgang gibt es eigene Videokurse zu Projekten mit Softn Stable und Quiltvliesen, die Schritt für Schritt zeigen, wie man mit solchen Materialien arbeitet. Wenn Du also zum ersten Mal mit Batting Tape arbeitest und Dir unsicher bist, schau einfach mal rein.
FAQ: Batting Tape beim Quilten und Taschen nähen
Was ist Batting Tape und wofür brauche ich es? Batting Tape ist ein dünnes Klebeband für Vliese. Es verbindet Vliesreste so, dass keine sichtbare oder fühlbare Naht entsteht. Es eignet sich für Quiltvliese und für Tascheneinlagen wie Sofin Stable und macht die Resteverwertung einfach und sauber.
Kann man Batting Tape auch bei teuren Vliesen wie Sofin Stable verwenden? Ja, genau dafür ist es besonders wertvoll. Gerade bei teuren Einlagen ist es sinnvoll, jeden Rest aufzubrauchen. Batting Tape verbindet die Reste nahtlos, sodass man das fertige Stück genauso verwenden kann wie ein neues, ungestückeltes Vlies.
Wie bügle ich Batting Tape richtig auf? Das Bügeleisen wird gerade aufgesetzt und nach ein paar Sekunden gerade wieder abgehoben. Es wird nicht hin- und hergeschoben, weil das die Vlieslagen verschieben würde. Am besten arbeitet man auf dem Boden, damit das Vlies beim Bügeln ruhig liegt.
Warum schneidet man Quiltvliese in einer Wellenlinie zusammen? Die Wellenlinie verhindert, dass eine gerade Verbindungsstelle später als Streifen durch den Quilt sichtbar wird. Wenn man durch beide Lagen gleichzeitig in einer Wellenbewegung schneidet, passen die Kanten danach exakt ineinander, egal wie man sie zusammenschiebt.
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