Polyestervlies beim Quilten: Der vielseitigste Allrounder

Polyestervlies ist das Vlies, das ich jedem empfehlen würde, der sich noch nicht ganz sicher ist, was er in seinen nächsten Quilt einarbeiten möchte. Es ist nicht das teuerste, nicht das wärmste und nicht das luftigste. Aber es ist das vielseitigste. Und manchmal ist genau das das Beste, was ein Material sein kann.

Die Rede ist vom Baumwoll-Polyester-Mischvlies. Im Näh-Alltag nennt man es oft einfach Polyestervlies oder 80/20, nach dem häufigsten Mischungsverhältnis. Was dahintersteckt, warum es eine so gute Wahl ist und für welche Projekte es sich am besten eignet, erkläre ich in diesem Video.

Was steckt im Polyestervlies: Das 80/20 Mischverhältnis erklärt

Die meisten Mischvliese bestehen zu 80 Prozent aus Baumwolle und zu 20 Prozent aus Polyester. Es gibt aber auch Mischungen mit 70/30 oder 60/40, zwischen denen die Unterschiede im Grunde gering sind. Je mehr Polyester enthalten ist, desto luftiger und leichter wird das Vlies, und desto günstiger ist es in der Regel.

Polyester ist ein sehr preiswertes Material. Die Beimischung macht das Vlies günstiger als reines Baumwollvlies, ohne dass man wirklich etwas an Qualität einbüßt. Im Gegenteil: In mancher Hinsicht gewinnt man sogar dazu.

Warum Polyester dem Vlies so gute Eigenschaften gibt

Der erste und für viele entscheidende Vorteil ist die Stabilität. Reines Baumwollvlies kann reißen, wenn man die Quiltlinien zu weit auseinandersetzt. Bei einem Mischvlies passiert das in aller Regel nicht. Wer also mit größeren Abständen zwischen den Steppnähten arbeiten möchte, vielleicht weil die Decke weich und fließend bleiben soll oder weil man einfach weniger quilten möchte, ist mit einem Polyestervlies gut beraten.

Der zweite große Vorteil ist die Pflegeleichtigkeit. Polyestervliese sind deutlich strapazierfähiger als reine Baumwolle. Sie vertragen viele Waschgänge, sie behalten ihren Loft, sie verlieren ihre Form nicht. Das macht sie zur idealen Wahl für Babyquilts und für alle Projekte, die häufig in die Waschmaschine wandern. Polyester ist zudem feuchtigkeits- und schimmelresistenter als Baumwolle, was gerade für Babyquilts oder in feuchteren Wohnräumen ein echter Vorteil ist.

Der dritte Vorteil betrifft das Quilting-Ergebnis: Polyestervliese erzeugen keinen Knittereffekt nach dem Waschen. Das Stichbild bleibt klar sichtbar. Wer also aufwendige Freihandmuster oder schöne Quilting-Linien genäht hat und möchte, dass man sie auch nach dem ersten Waschen noch sieht, greift besser zum Mischvlies als zum reinen Baumwollvlies. Das macht Polyestervliese auch zur ersten Wahl beim Longarm-Quilten: Man gibt die Decke zu einem Profi, der schöne Muster einnäht, und möchte diese Muster natürlich auch dauerhaft sehen.

Was ist Loft und warum ist er wichtig?

Loft beschreibt schlicht die Dicke und Fluffigkeit des Vlieses. Ein hohes Loft bedeutet eine dicke, bauschige Decke, bei der die Quiltlinien stark hervortreten. Ein niedriges Loft ergibt eine flachere Decke, bei der das Patchwork-Muster besser zur Geltung kommt.

Polyestervliese sind in sehr vielen verschiedenen Loft-Stärken erhältlich, von sehr flach bis sehr fluffig. Das gibt einem viel Kontrolle darüber, wie die fertige Decke aussehen soll. Wer ein bauschiges, puffiges Ergebnis möchte, wählt ein Vlies mit hohem Loft. Wer das Patchwork-Muster in den Vordergrund stellen möchte, greift zu einem dünnen, flachen Vlies.

Für wen eignet sich Polyestervlies besonders?

Allergiker, die Wolle nicht vertragen, sind mit einem Polyestervlies sehr gut bedient. Es enthält keine tierischen Fasern und ist daher eine sichere und angenehme Wahl, auch für Geschenke, bei denen man vorher nicht nachfragen konnte.

Auch für Näherinnen, die ein Vorratsvlies kaufen möchten, ohne immer genau zu wissen, für welches Projekt es verwendet wird, ist ein Mischvlies die klügste Wahl. Es passt zu fast allem: zu Babyquilts, Tischläufern, Wandbehängen, Schlafdecken und Alltagsprojekten. Es verzeiht auch beim Quilten etwas, was gerade am Anfang hilfreich ist.

Reines Polyestervlies ohne jeden Baumwollanteil würde ich dagegen nicht empfehlen. Es ist zwar günstiger, aber es ist schwieriger zu verarbeiten und fühlt sich weniger angenehm an. Eine Mischung ist immer die bessere Wahl.

Was man beim Quilten mit Polyestervlies bedenken sollte

Durch den höheren Loft hat man beim Maschinenquilten etwas mehr Material unter der Nähmaschine. Das ist kein Problem, man sollte einfach etwas langsamer arbeiten und die Nähmaschine nicht überfordern. Wer ein kleines Gerät hat, merkt das etwas deutlicher als jemand mit einer größeren Maschine.

Das Vlies muss auch nicht vorgewaschen werden. Es verändert seine Textur beim Waschen nicht und läuft nicht ein. Das spart Zeit und macht die Vorbereitung einfacher.

In der Nähgang findest Du ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment an Quiltvliesen, darunter ein sehr gutes 80/20 Mischvlies, das wir selbst ausgiebig getestet haben und das in allen Projekten wirklich überzeugt.

FAQ: Polyestervlies beim Quilten

Was ist der Unterschied zwischen einem 80/20 Vlies und einem reinen Baumwollvlies? Ein 80/20 Vlies besteht zu 80 Prozent aus Baumwolle und zu 20 Prozent aus Polyester. Es ist luftiger, leichter und strapazierfähiger als reines Baumwollvlies. Es erzeugt nach dem Waschen keinen Knittereffekt, das Stichbild bleibt klar sichtbar.

Für welche Projekte eignet sich Polyestervlies am besten? Für alle Projekte, die häufig gewaschen werden: Babyquilts, Alltagsdecken, Krabbeldecken. Auch für Wandbehänge und Tischläufer, bei denen das Quilting-Muster schön sichtbar bleiben soll. Und als Vorratsvlies für alle, die nicht immer für jedes Projekt neu einkaufen möchten.

Kann ich mit Polyestervlies auch handquilten? Ja, die meisten Polyestermischungen lassen sich gut mit der Hand quilten. Je dicker das Vlies, desto mehr Kraft braucht die Nadel, um durch alle Schichten zu stechen. Ein dünneres Vlies mit niedrigem Loft erleichtert das Handquilten.

Sonnet 4.6

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