Ein großer Quilt entsteht selten an einem Wochenende. Zwischen Stoffauswahl, Zuschnitt, Piecing und Quilting liegen viele Stunden an der Nähmaschine. Oder gerne auch mal einige Wochen (Jahre?), in denen das angefangene Projekt einfach liegen bleibt.
Genau deshalb gibt es Sew-Alongs. Die Idee dahinter ist einfach: Wir nähen zwar jede an unserer eigenen Nähmaschine, machen uns aber gemeinsam auf den Weg zum fertigen Projekt.
Was ist ein Sew-Along?
Der Begriff Sew-Along kommt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß „gemeinsam mitnähen“. Manchmal findest Du auch die Schreibweise „Sewalong“ oder die Abkürzung SAL.
Eine Gruppe näht über einen bestimmten Zeitraum dasselbe Projekt. Das kann eine Tasche, ein Kleidungsstück oder ein Quilt sein. Größere Projekte werden dabei häufig in einzelne Etappen aufgeteilt und durch gemeinsame Termine, Lives oder eine Gruppe zum Austausch begleitet.
Das hat gleich mehrere Vorteile. Ein Zeitplan hilft Dir dabei, auch bei einem umfangreicheren Projekt dranzubleiben. Bei Fragen gibt es Unterstützung und gleichzeitig ist es unglaublich inspirierend zu sehen, was andere aus demselben Schnittmuster machen. Manchmal fragt man sich, ob wir wirklich nach der gleichen Vorlage nähen, weil die Ergebnisse so unterschiedlich sein können. Das ist total inspirierend!
Es geht ja nicht darum, dass wir am Ende alle genau den gleichen Quilt in den Händen halten, sondern, dass wir den Weg gemeinsam gehen.
Ein Schnittmuster – viele verschiedene Ergebnisse
Das ist für mich einer der schönsten Aspekte eines Sew-Alongs. Alle starten mit derselben Anleitung und trotzdem entwickelt jedes Projekt seinen ganz eigenen Charakter.
Schon bei der Stoffauswahl gehen die Wege auseinander. Die eine Teilnehmerin näht knallig bunt, die nächste liebt es ruhig und reduziert. Manche verwenden ein perfekt zusammengestelltes Fat Quarter Bundle, andere entdecken beim Durchsehen ihres Stoffregals eine Kombination, auf die sie vorher nie gekommen wären.
Wenn nach und nach die ersten Fotos auftauchen, entsteht daraus noch einmal eine ganz neue Inspirationsquelle. Man entdeckt Farbwirkungen und Kombinationen, die man selbst vielleicht nie ausprobiert hätte.
So funktioniert unser Sew-Along in der Nähgang
Im September ist unser Quilt Cosmic Glow Deco als neues Projekt in der Nähgang erschienen. Und dieses Mal haben wir uns vorgenommen, ihn nicht einfach nur zu veröffentlichen, sondern ihn bis Weihnachten gemeinsam zu nähen.





Durch den Sew-Along führt Anki, die seit 2022 Mitglied in der Nähgang ist. Bei regelmäßigen Zoom-Treffen begleitet sie uns durch die einzelnen Etappen und gibt ihre Erfahrungen und Tipps weiter. Zwischendurch wird es außerdem gemeinsame Termine rund um die Stoffauswahl, das Quilting und eine Sprechstunde mit Iva geben.
Unser Ziel ist ein fertiger Cosmic Glow Deco Quilt bis Weihnachten. Das ist aber kein Wettrennen. Wenn Du einen Termin verpasst, eine Woche nicht zum Nähen kommst oder erst später einsteigst, nähst Du einfach in Deinem Tempo weiter.
Der Zeitplan soll helfen, aus einem großen Quiltprojekt viele überschaubare Schritte zu machen. Er soll keine stressige To-Do-Liste sein.
Los geht es mit der Stoffauswahl
Cosmic Glow Deco ist „Fat Quarter friendly“. Vielleicht ist das also endlich die Gelegenheit für dieses eine Fat Quarter Bundle, das schon länger unangetastet im Stoffregal liegt.
So ein wunderschön zusammengestelltes Bundle tatsächlich aufzuschneiden, kann erstaunlich viel Überwindung kosten. Aber irgendwann müssen aus den schönen Stoffen schließlich auch schöne Quilts werden.
Nach der Stoffauswahl beginnt der Zuschnitt. Anki empfiehlt, die Stoffe vorher einmal heiß abzubügeln. Wer möchte, kann zusätzlich etwas Sprühstärke verwenden. Das kann für saubere Ergebnisse sorgen und das Handling beim späteren Nähen erleichtern.
Und schon bei diesem ersten Arbeitsschritt zeigt sich, wie unterschiedlich wir alle nähen.
Team Zuschnitt oder „Wann darf ich endlich nähen?“
Für die einen gehört der Zuschnitt zu den schönsten Arbeiten beim Patchwork: Stoff ausbreiten, Lineal anlegen, schneiden und die fertigen Teile ordentlich stapeln. Die anderen wären am liebsten schon drei Arbeitsschritte weiter an der Nähmaschine.
Bei Cosmic Glow Deco gibt es einiges zuzuschneiden, besonders wenn Du die Variante mit dem Sekundärmuster im Hintergrund nähst. Anki verwendet dafür gerne den Stripology XL Ruler. Damit lassen sich nicht nur Streifen, sondern beispielsweise auch die vielen benötigten Quadrate zügig zuschneiden.
Solche kleinen Erfahrungen sind ein schöner Nebeneffekt des gemeinsamen Nähens. Man sieht, wie andere an bestimmte Arbeitsschritte herangehen, welche Werkzeuge sie gerne verwenden und welche Tricks ihnen die Arbeit erleichtern.
Muss ich bei einem Sew-Along immer mithalten?
Nein. Zumindest nicht bei unserem.
Wir geben einen Fahrplan vor und treffen uns zu bestimmten Etappen. Aber niemand muss an einem bestimmten Abend einen bestimmten Block fertig auf dem Tisch liegen haben.
Manchmal ist eine Woche voll mit anderen Dingen. Vielleicht möchtest Du Dir für einen Arbeitsschritt mehr Zeit nehmen oder bist erst nach dem Start auf den Sew-Along aufmerksam geworden. Auch das ist völlig in Ordnung.
Am Ende soll der gemeinsame Rahmen vor allem eines bewirken: Dass aus dem Stoffstapel irgendwann wirklich der Quilt wird, den Du nähen wolltest.
Für wen eignet sich ein Sew-Along?
Besonders schön kann ein Sew-Along sein, wenn Du Dich an ein größeres Projekt alleine bisher nicht so richtig herangetraut hast. Statt den kompletten Quilt vor Dir zu sehen, beschäftigst Du Dich immer mit dem nächsten überschaubaren Schritt.
Du musst dafür auch kein Mensch sein, der ständig in einer Gruppe aktiv sein möchte. Du kannst Fragen stellen und Deine Fortschritte zeigen, musst es aber nicht. Genauso kannst Du bei den Treffen einfach zuhören, Dir Ideen mitnehmen und anschließend für Dich weiternähen.
Und natürlich ist ein Sew-Along auch etwas für erfahrene Quilterinnen. Denn Inspiration durch die Stoffauswahl und Ideen anderer ist ziemlich unabhängig davon, wie viele Quilts man schon genäht hat.
Vom Stoffstapel zum fertigen Quilt
Im Moment liegen bei vielen Teilnehmerinnen noch zugeschnittene Quadrate und Streifen auf den Nähtischen. In den kommenden Wochen werden daraus immer mehr Teile unseres Cosmic Glow Deco und irgendwann hoffentlich viele fertige Quilts.
Besonders gespannt bin ich auf den Moment, wenn wir sie nebeneinander sehen. Denn obwohl wir alle mit demselben Schnittmuster gestartet sind, wird vermutlich keiner aussehen wie der andere.
Und genau darin steckt für mich sehr viel von dem, was einen Sew-Along so schön macht.


Häufige Fragen zum Sew-Along
Was bedeutet SAL beim Nähen?
SAL ist die gebräuchliche Abkürzung für Sew-Along.
Ist ein Sew-Along ein Nähkurs?
Bei einem Sew-Along steht das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt im Mittelpunkt. Wie intensiv es durch Anleitungen, Videos oder gemeinsame Treffen begleitet wird, hängt vom jeweiligen Sew-Along ab.
In der Nähgang gehört zum Cosmic Glow Deco ein ausführlicher Videokurs. Der Sew-Along ergänzt ihn um den gemeinsamen Zeitplan, die Zoomtreffen und weitere Begleitung.
Muss ich live dabei sein?
Bei unserem Sew-Along nicht. Auch wenn Du einen Termin verpasst oder später einsteigst, kannst Du mitmachen.
Kann ich als Anfängerin mitmachen?
Das hängt vom jeweiligen Projekt ab. Gerade die Aufteilung in einzelne Etappen und die Möglichkeit, unterwegs Fragen zu stellen, können aber helfen, sich auch an ein umfangreicheres Projekt heranzutrauen.

Kommentare